Intelligente Mobilität für Leverkusen

Die Diskussion um Diesel-Fahrverbote ist überhitzt und leider zum Spielball von Juristen geworden. Die Obergrenze von 40 Mikrogramm NOx pro Kubikmeter ist ein politisch festgelegter Wert bei genau definiertem Abstand zur Straße und Durchlüftung an der Mess-Station. Wirklich relevant ist die medizinische Sicht, dass Stickoxide grundsätzlich nicht gesund sind.

Jedoch müssen wir noch eine Weile mit dem Verbrennungsmotor leben, die Autos sind ja da und längst noch nicht reif für die „Presse“. Wir müssen darauf achten, den Verkehr und allem voran Staus in den engen Innenstadt-Straßen deutlich zu reduzieren. Das bringt mehr als Diesel-Fahrverbote mit vielen unumgänglichen Ausnahme-Regelungen. Man darf auch nicht vergessen, dass aus dem Auspuff von Benzin-Autos weder Trinkwasser noch Eau de Toilette kommt. Schlussendlich entsteht allein bei der Produktion der Batteriezellen eines Langstrecken-Elektro-Autos wie ein Tesla Model S soviel CO2 wie ein normales Auto in rund 6 Jahren produziert. Auch kein guter „deal“.

 

Zentren in Leverkusen

Unsere Zentren unbedingt erhalten und fördern

Leverkusen hat in Wiesdorf ein mittelgroßes und in Opladen und Schlebusch zwei kleine Einkaufs- und Unterhaltungs-Zentren. Sie sind unverzichtbar für die Erlebens-Qualität der Stadt. Deshalb sollten wir unsere Zentren attraktiver machen und schützen. Schon heute müssen sie nicht nur mit Amazon & Co. konkurrieren, sondern auch gegen Köln und Düsseldorf bestehen. Schwer genug. Provozieren wir nicht noch mehr „autogerechte“ Einkaufs-Zentren auf der Grünen Wiese, wenn wir die Erreichbarkeit unserer Innenstädte weiter erschweren? Tote Innenstädte, gewürzt mit mehr Abgasen und mehr CO2-Produktion in der Region? Nein, das kann doch keine Zukunft sein.

 

Autos im Wandel

Das Auto neu denken

In Zukunft wird das Auto vom Status-Symbol zum bedarfsgerechten Transportmittel. Viele junge Menschen nutzen schon heute Car-Sharing. Kaufen macht nur Sinn bei einem kompakten Elektro-Auto für die häufigen Kurzstrecken. Wobei für Innenstädte das Fahrrad die erste Wahl sein sollte. Wann immer es geht. Jedoch, oft ist es zu kalt oder zu heiß oder es regnet. An Senioren mit körperlichen Einschränkungen müssen wir auch denken, wir können sie doch nicht zum „Zu-Hause-Bleiben“ verdammen.
Also brauchen wir Schnittpunkte zwischen eigenem Auto und moderner Urban Mobility. Damit dürfen wir aber nicht warten bis „übermorgen“, wenn Autos mit Elektro- und Wasserstoff-Antrieb Standard sind. Wir müssen schon heute die Autos möglichst aus den 3 Zentren von Leverkusen heraushalten. Mit der Primitiv-Formel „mehr Parkplätze produziert nur mehr Verkehr“ kommen wir nicht weiter. Lebendige Zentren und Kaufkraft wollen wir in Leverkusen behalten. Also brauchen wir Erreichbarkeit, mit dem Auto bis vor die Stadt und dort umsteigen. Auch wenn viele Ratsmitglieder Parkpaletten hassen wie der Teufel das Weihwasser, Menschen werden sich nicht aufs Fahrrad zwingen lassen, sondern bequeme Wege finden, um ihr Geld auszugeben.

 

Der Midi-Bus, vielleicht die bessere Lösung für kleinere Städte wie Leverkusen

ÖPNV neu denken

Die Pariser Metro ist eines der beliebtesten Verkehrs-Systeme der Welt. Dabei ist sie alt, fährt langsam, viele Züge sind schon über 50 Jahre im Dienst, die Seitenbahnsteige verlangen 4x so viele verwinkelte Verbindungsgänge wie Mittelbahnsteige. Aber die Metro hat eine Trumpfkarte, die alles wettmacht: sehr hohe Taktfrequenz von maximal 5 Minuten. Meistens weniger. Auch wenn man 2 mal umsteigen muss, man kommt flott voran und wird dabei kaum durch gerüttelt. Nun ist Leverkusen nicht Paris. Jedoch in beiden Städten sind es Menschen, die befördert werden. Die Wünsche sind gleich: nicht Ewigkeiten an der Haltestelle warten müssen und zügig voran kommen.

Die Linien-Busse nach VÖV-Standard wurden vor über 50 Jahren definiert. 11 Meter lang, 2,50 Meter breit, 40 Sitzplätze, 60 Stehplätze. Da muss man doch einmal die Frage stellen, ob dieses Format noch zeitgemäß ist. Schließlich hat heute im Schnitt jeder Zweite ein Auto, vor 50 Jahren war es jeder Fünfte. Die Kundschaft, die keine Alternative zum Bus hat, ist rar geworden.
Das Bild zeigt einen Midi-Reise-Bus des spanischen Herstellers Unvi. Größer als ein Minibus (… bestuhlter Lieferwagen), aber rund 40% kleiner als ein Standard-Linien-Bus. Wir kennen die Antworten auch nicht vorab, jedoch sollte man eine repräsentative Anzahl von Kunden und auch Nicht-Kunden der Wupsi einmal fragen, ob eine mittlere Bus-Größe bei doppelt so vielen Fahrten wie heute sie zum Umsteigen bewegen würde.

 

Sedric löst Verkehrsprobleme

Kombi-Lösung mit Sedric

VW arbeitet an einem neuen Mobility-Konzept zusammen mit Chris Urmson (Aurora Tech), bis 2016 Leiter des Google Car Projekts. Gemächlich autonom fahren soll bis 2021 möglich sein, also netto ab 2025.
Parkpaletten an Bahnhöfen können so sämtliche Verkehrsträger verknüpfen: S-Bahn, Busse der Wupsi, Fahrrad, privates Auto und die Sedrics oder andere Systeme übernehmen die „Feinverteilung“ im Stadtzentrum. Weitere Park-Paletten an Verkehrs-Knotenpunkten als Schnittstelle zwischen privatem PKW und Urban Mobility sind sinnvoll. Die Sedrics kommen schnell, denn sie verkehren „on demand“. Sie fahren auch keine Linien ab, sondern genau ans Ziel und können sogar Fußgängerzonen zumindest überqueren. Alles ganz neue Optionen, die schon mittelfristig möglich sein werden. Leverkusen sollte darauf vorbereitet sein statt von einem „radelnden Stadt“ zu träumen.

 

Kombi-Lösung Auto-Tram hat sich in Melbourne bestens bewährt

Das Prinzip der Kombi-Lösung in der Praxis

In der australischen Metropole Melbourne ist die Straßenbahn im Zentrum schon heute kostenlos. Das hat sich bewährt, weil viel vom privaten Autoverkehr schon vor der Innenstadt „abgefangen“ wird. Wie die Pariser U-Bahn ist auch eine Straßenbahn zu groß für Leverkusen, wir brauchen viel kleinere Urban-Mobility-Konzepte.
Es wäre sicher auch eine gute Idee, wenn in der Gebühr für Parkpaletten an Bahnhöfen und Verkehrsknoten-Punkten die Nutzung der Urban-Mobility eingeschlossen wäre. So bleiben die drei Zentren leicht, bequem und schnell erreichbar. Ohne Stau, ohne zugeparkte Stadt, ohne Stress mit Stickoxid-Belastung oder zu viel CO2-Produktion.

 

Denken wir neu - Freie Demokraten - 12,95% Stimmen in Leverkusen sind eine Verpflichtung. Wir nehmen sie an.

 

Paul Frank Kleudgen, Mediale Kommunikation, FDP-LeverkusenPaul-Frank Kleudgen, Beitrag verfasst am 18.02.2018, Update am 22.04.2018

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