Grüner Antrieb für den blauen Planeten

Diesel-Gipfel lässt zu viele Fragen offen

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der Freien Demokraten„Die ersten Ergebnisse dieses Diesel-Gipfels beeindrucken mich nicht – im Gegenteil“, postet Christian Linder auf Facebook. „Die Liste der Dinge, die eine neue Bundesregierung ab Herbst tun muss, wird dadurch nur noch länger. Es geht um autonomes Fahren, um die Förderung der E-Mobilität – und um den Verbrennungsmotor einer neuen Generation mit synthetischem Kraftstoff. Ganz viele Dinge sind unbeantwortet geblieben. Von einem Gipfel zu sprechen ist zu viel der Ehre für diese Veranstaltung.“

Freie Demokraten stehen für eine intelligente Politik, die Probleme bis zu Ende denkt. Wir wollen dem Bürger die individuelle Mobilität auf jeden Fall erhalten und ihn nicht zwangsweise aufs Fahrrad setzen. Für das Automobil brauchen wir Lösungen, die nicht „durch die Hintertür“ noch mehr vom Treibhaus-Gas CO-2 produzieren als Verbrennungs-Motoren heute.
Rauchende Schlote statt AbgaseElektro-Autos verursachen keinen CO-2 Ausstoß am Auto, dafür am Standort der Kraftwerke. Strom fließt ja nur, wenn die Spannung ohne Unterbrechung gehalten wird. Wir brauchen mithin Antworten, wie Windstille und fehlende Sonneneinstrahlung überbrückt werden können. Bis dahin aber laufen E-Autos mit Energie auch aus Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken.
Somit ist es purer Populismus, vorschnell Quoten für Elektro-Autos zu fordern, wie es die SPD macht. Auf absehbare Zeit verlegt man so den CO-2-Ausstoß nur von Leverkusen nach Hürth. Die CO-2-Bilanz für den „gefahrenen Kilometer“ wird erst gut, wenn man überschüssige Windkraft in Wasserstoff speichern kann.

 

Beste CO-2-Bilanz – synthetisch hergestellter Kraftstoff

Diagramm zur Herstellung von E-DieselSunfire in Dresden hat auf Initiative von Audi ein Verfahren zur Herstellung von rein synthetischem Diesel entwickelt. Das Verfahren funktioniert im Versuchs-Maßstab und braucht nur noch industriell „skaliert“ werden. Der Fischer-Tropsch-Prozess ist eine uralte deutsche Entwicklung, um aus Kohle oder -wie hier- Gas flüssigen Treibstoff zu gewinnen.
E-Diesel ist klimaneutral. Natürlich entsteht bei der Verbrennung CO-2. Jedoch nicht mehr, als man zur Gewinnung vorher der Atmosphäre entnommen hat. Als Energie-Quelle bietet sich Windkraft an, denn die Produktionsmenge kann sich dem Windaufkommen anpassen.
Die Giftstoffe, die in Mineralöl enthalten sind, gibt es bei E-Diesel nicht. Die Infrastruktur im Vertrieb von Benzin und Diesel ist vorhanden und kann weiter genutzt werden. Jedoch, E-Diesel ist etwas teurer. Ein erträgliches Klima für unsere Enkel sollte es wert sein. Unabhängigkeit von Ölkonzernen und zweifelhaften Ölexport-Ländern ist ohnehin unbezahlbar.
So verwegen es sich anhört, mit jedem Fass Mineralöl, welches die Welt nicht mehr braucht, verringert sich die Gefahr von Kriegen im Nahen Osten und sogar die Gefahr von islamischen Terror: „Ohne Moos nix los!“

 

Brennstoffzelle – Antrieb direkt mit Wasserstoff

Mercedes-B-Klasse mit F-Cell-AntriebMercedes-Benz ist startbereit. Die Brennstoffzellen-Technik ist zur Serienreife herangereift, die Produktion eines großen SUV soll Ende 2017 anlaufen. Ein Werk zur Herstellung von Brennstoff-Zellen und Stacks steht in Toronto. Die Erprobung lief mit der (alten) A- und B-Klasse, beide mit Sandwich-Boden, also optimiert für Elektro- und Brennstoff-Zellen-Antrieb.
Nun liegt es nur noch an der Politik, die Rahmenbedingungen zu schaffen für Herstellung und Vertrieb von Wasserstoff. Ein Energieträger, der rein mit Windkraft hergestellt werden kann und so zu 100% klimaneutral und abgasfrei ist.
Der Brennstoff-Zelle ist für unsere Autoindustrie eine einmalige Chance auf einen technologischen Vorsprung im Premium-Segment, wo unsere Automobil-Industrie schon heute der dominierende Weltmarktführer ist.

 

Elektro-Antrieb – der Weg von der Mogelpackung zum „grünen Engel“

Elektro-Autos speichern Energie in Lithium-Ionen-Akkus. Die Zellen werden heute nur in China hergestellt. Auch das neue Werk von Daimler in Sachsen wird nur die Akkus herstellen, nicht die Zellen. Bosch will erst Anfang 2018 entscheiden, ob man Zellen für Lithium-Ionen-Akkus produzieren wird. Es wird berichtet, dass die Herstellung der Akkus, die in einem Tesla Model S verbaut sind, so viel vom Treibhausgas CO-2 verursacht, wie ein normales Auto in 8 Jahren in die Atomsphäre pustet. Selbst wenn es nur 4 Jahre sind, kann die Antwort nur sein: Ohne klimaschonende Produktion von Lithium-Inonen-Akkus geht nichts.
Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmar, sprach in einem unwissentlich aufgezeichnetem Gespräch von „tanken“ bei Elektro-Autos. Schon der Grundgedanke ist völlig falsch. Strom ist nicht explosiv, somit ist das Laden von Elektro-Autos nicht an Tankstellen gebunden. Lade-Stationen müssen überall dort stehen, wo Menschen ihr Auto ohnehin für gewisse Zeit abstellen. Vom Parkhaus in der Stadt über den Parkplatz bei McDonalds bis zum Kinocenter oder Möbelhaus „auf der grünen Wiese“. Schließlich ist das Laden nicht in 5 Minuten erledigt. Auch hier gilt: die Politik muss erst die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entstehung der Lade-Infrastruktur schaffen, bevor man an Quoten denkt.

China ist ein Paradebeispiel, wie Elektro-Antrieb für die Atmosphäre reinstes Gift ist. Strom erzeugt China überwiegend mit technisch veralteten Kohlekraftwerken. So fallen sowohl bei der Produktion der Akkus als auch beim Energie-Verbrauch von Elektro-Autos Unmengen vom Treibhausgas CO-2 an. Beim Elektro-Auto ist die CO-2 Bilanz für die Atmosphäre eine einzige Katastrophe, so wie es China macht.

Das Elektro-Auto wird für eher kurze Strecken Zukunft haben, jedoch wenn auch die Erderwärmung gebremst werden soll, müssen erst erneuerbare Energien gespeichert werden können. Denn Strom brauchen wir immer, allein, die Sonne scheint nicht jeden Tag und der Wind legt gelegentlich eine Verschnaufpause ein.

 

Es ist Zeit für intelligente Politik !

Denken wir neu - Freie Demokraten - 24. September 2017

 

Paul-Frank Kleudgen, Internet-Beauftrager der FDP-Leverkusen, Beitrag verfasst am 12.08.2017

 

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