Air Berlin hätte weiter fliegen können

Die Bruchlandung der Bundes-Regierung ist perfekt. Air Berlin hätte weiter fliegen können, es gab, bis auf die Langstrecken-Flüge mit den irrwitzigen Piloten-Gehältern, für alle Unternehmensteile Interessenten. Das höchste Angebot machte die Lufthansa, aber eben nur für die weinigen Ferienflüge von Fly-Niki. Damit hätte der Überbrückungs-Kredit zurück gezahlt werden, vorausgesetzt, es gibt keine kartellrechtlichen Bedenken von der EU-Kommission. Genau die gab es und nun steht die Regierung dumm da: Man hat nur auf das Geld geschaut, nicht auf die strategische Qualität der Gebote. Die 150 Millionen an Steuergeldern sind futsch, Arbeitsplätze sind futsch, die Konkurrenz im deutschen Luftverkehr ist futsch. Inkompetenter geht es nicht!

 

British airways braucht ein Drehkreuz in Düsseldorf

Anflug auf London HeathrowBritish airways kann die vielen Flughäfen in England nicht mit den wichtigen Umsteigeverbindungen über ein Drehkreuz im eigenen Land bedienen. London Heathrow, verkehrsreichster Flughafen in Europa, hat nur 2 Landebahnen. Viel zu wenig für den gewaltigen Flugverkehr. Ausdehnen kann sich Heathrow auch nicht mehr. Ähnlich sieht es in Gatwick und Stansted aus. British airways braucht ein Drehkreuz auf dem Kontinent.
Amsterdam, Brüssel und Paris sind schon vergeben. In diese Märkte einzubrechen, würde ein Vermögen kosten. Düsseldorf mit einer Tochter Air Berlin wäre die perfekte Alternative.
Das Interesse von British airways an den Startrechten in Düsseldorf wurde übergangen. Für Lufthansa gut, für die nun arbeitslosen Beschäftigten nicht. Für die Flugpreise schon gar nicht.

 

One World Allianz braucht ein Drehkreuz in Berlin

One World Fluggesellschaften in AsienDie One-World-Allianz hat starke Partner in Fernost. Diese Fluggesellschaften brauchen ein Drehkreuz am „Eingang“ nach Westeuropa, von wo aus Fluggäste über einen Partner-Airline mit Code-Share-Flügen auch auf kleinere Flughäfen verteilt werden können. Dazu wird der Markt zwischen Ost- und West-Europa stetig wachsen. Auch hierfür braucht British Airways eine Lösung, denn Frankfurt, München, Wien, Prag und Warschau sind schon von Star Alliance und Sky Team besetzt. Berlin mit einer Tochter-Airline wäre die perfekte Lösung.

Das Interesse von British airways und One World an den Startrechten in Berlin wurde übergangen. Für Lufthansa gut, für den irgendwann vielleicht betriebsbereiten „Hauptstadt-Flughafen“ BER eher nicht.

 

Ferienflüge

Airbus A-320 von Fly-NikiAir Berlin hatte schnell vor der drohenden Pleite die Ferienflüge in die Tochter „Fly Niki“ ausgelagert. Dieser Unternehmens-Bereich war lukrativ. Lufthansa hätte für die Tochter Eurowings diesen Teil der Air Berlin problemlos bekommen können. Hätte die Regierung vorher British airways nicht übergangen. So aber ist ein Quasi-Monopol in Deutschland und Österreich entstanden und die EU-Kommission sehr kritisch geworden. Auch wenn Ferienflüge in Deutschland unproblematisch geblieben wären. Das hätte man vorhersehen können!

Weil das Interesse von British airways an den Startrechten in Düsseldorf und Berlin übergangen wurde, klappt auch der Verkauf von Fly Niki nicht. Für Lufthansa im Grunde egal, für gestrandete Urlauber sicher nicht.

 

Den Freien Demokraten wäre der Regierungs-Flop nicht passiert

Jedem halbwegs gut informierten Reiseverkehrs-Kaufmann sind die oben beschriebenen Überlegungen klar. Das Wissen, wie Luftverkehr funktioniert, ist doch nicht auf ein paar Top-Manager beschränkt. Allerdings, wenn man sich die „Leistung“ der vergangenen Top-Manager bei Air Berlin anschaut, mag man eher glauben, dass dort dieses Wissen eben nicht angekommen war. Von der Politik jedenfalls muss man verlangen, dass dieses Basis-Wissen beschafft wird. Oder aber die Regierung muss sich die Frage gefallen lassen, warum man zum Vorteil der Lufthansa entschieden hat und nicht um Vorteil der Allgemeinheit.

Das akutelle Desaster zeugt nicht nur von einer unfassbaren Inkompetenz, sondern auch von der Mutlosigkeit, dem Bürger reinen Wein einzuschänken. Jeder versteht, dass man Arbeitsplätze bei Air Berlin weitestgehend erhalten möchte. Dazu Urlauber im Ausland nicht sitzen lassen will. Und nicht zuletzt, dass man ein Monopol am Himmel über Deutschland vermeiden muss im Interesse des Reisenden. Wahrscheinlich wird man die 150 Millionen Euro an Steuergeldern nicht ganz zurück bekommen. Denn das lukrativste ist schließlich nicht immer das beste Angebot. Nur gar nichts tun wird auf lange Sicht immer teurer für alle.

Das nickt der Bürger ab, weil es vernünftig ist. So aber steht die Regierung mit leeren Händen da. Air Berlin ist komplett weg vom Markt mit allen negativen Folgen und der 150-Millionen-Euro-Kredit ist auch verbrannt.

 

Denken wir neu - Freie Demokraten - 12,95% Stimmen in Leverkusen sind eine Verpflichtung. Wir nehmen sie an.

 

Paul Frank Kleudgen, Internet-Beauftragter der FDP-LeverkusenPaul-Frank Kleudgen, Beitrag verfasst am 17.12.2017.

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